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Content Recycling | Bestehende PR-Texte verbessern und Geld sparen

Nicht immer müssen PR-Texte gleich neu geschrieben werden. Mit Content Recycling kann man bestehende Texte auf ein neues Thema hin optimieren und somit Zeit und Geld sparen. Wir erklären anhand eines Fallbeispiels, wie es geht, und zeigen Beispieltexte.

Auf dem Schreibtisch von Herrn Weber liegen einige Firmenbroschüren, Produktbeschreibungen und Zeitungsartikel vom letzten Jahr. Sein Unternehmen hat für nächsten Monat eine A4-Seite in einem B2B-Magazin gebucht und nun wird ein aktueller PR-Text  benötigt. Herr Weber ist unentschlossen. Soll er den Artikel völlig neu schreiben lassen und den Auftrag kostenintensiv einer Agentur übertragen, oder wäre es klüger, wenn einer seiner Angestellten die vorhandenen Textfragmente verwertet und einen Text daraus flickt?

Die wichtigsten Daten und Fakten wie Mitarbeiterzahl und Umsätze sowie Produktportfolio und Firmenleitsätze sind vorhanden, doch fällt es schwer, das vorhandene Material unter ein sowohl aktuelles als auch ansprechendes Thema zu stellen. Zudem sind manche Produktinfos aus den alten Broschüren nicht mehr auf dem letzten Stand, weil zuletzt die Rezeptur des Hauptproduktes verbessert wurde.

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Mit Content Recycling können bestehende PR-Texte optimiert werden und man spart Geld. 

Content Recycling gewusst wie

Die Geschäftsführung beschließt, dass Frau Günthner aus der Marketingabteilung den PR-Text zusammenstellen soll. Aber wie soll sie es angehen lassen? Der erste logische Schritt ist, das Textmaterial zu sichten und sich einen Überblick zu verschaffen. Welche Infos sind darin enthalten, was ist korrekt und was entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand. Nachdem sich Frau Günthner eingelesen hat, erstellt sie in Microsoft-Onenote klugerweise eine Liste und ordnet ihre Notizen in unterschiedliche Themenbereiche ein. 

Damit legt sie, ohne es zunächst zu wissen, bereits den Grundstein für den späteren Text. Denn aus den einzelnen Überschriften lässt sich schon eine grobe Textstruktur sowie ein mögliches Hauptthema ableiten. Sie hat digitale Karteikarten für die Themen Firmendaten, Leitsätze sowie die Bestellung eines neuen Prokuristen, Produkte und Rezeptanpassungen sowie die Anschaffung einer hochwertigen Zentrifuge für die Rohsaftherstellung angelegt. Jetzt muss sie nur noch entscheiden, wie sie die Themen gewichtet und worauf sie den Schwerpunkt setzt. Nach einigem Überlegen und kurzer Rücksprache mit dem Chef steht das Konzept des neuen PR-Textes. Frau Günther strukturiert den Text nach Headline, Teaser und Einleitung in drei Abschnitte, die sie jeweils durch eine Subheadline kennzeichnet :

Content-Recycling - so geht's

Was beim Schreiben zu beachten ist

Textverlauf: vom großen Ganzen ins Besondere

Nach einer kurzen Einleitung, die erklärt, worum es in dem Artikel geht, und einigen Daten und Fakten zum Unternehmen, leitet Frau Günthner zum ersten Subthema über. Sie behandelt die Bestellung eines weiteren Prokuristen, stellt diesen anhand einer Vita in knappen Worten vor und erklärt, warum die Geschäftsführung diesen Schritt für notwendig erachtet. Dabei vergisst sie nicht, die eklatante Umsatzsteigerung wegen vermehrter Exporte zu erwähnen, die sowohl an der einzigartigen Rezeptur des hergestellten Multivitaminsaftes als auch an der hochwertigen Rohsaftgewinnung  festgemacht wird. Damit hat Frau Günthner vorweggenommen, was der Rest des Textes noch beinhaltet. In der Folge thematisiert sie das neue Rezept und erklärt den Lesern im Anschluss, wie die neue Zentrifuge ab sofort das Qualitätsoptimum herausholt.  

Unter dem Strich beleuchtet der PR-Artikel von Frau Günthner das aktuelle Firmenbild, geht dann auf das Hauptprodukt ein und stellt schließlich anhand eines Details die überragende Qualität des Produktes heraus. Weil sie stets sachlich bleibt, zahlreiche Daten einstreut, Superlative weglässt und Fachbegriffe nur dann verwendet, wenn es notwendig ist, stehen die Chancen gut, dass der Text bei Lesern gut ankommt. Überdies hat sie den Spannungsbogen entsprechend dynamisch angelegt, der den Leser von allgemeinen Infos zum konkreten Gegenstand führt. Schließlich werden durch den Text die betriebliche Organisation als auch Fachkompetenz hervorgehoben – was eine positive Publicity geben wird. Besonders authentisch wird der Artikel, weil Frau Günthner im ersten Textabschnitt Geschäftsführer Weber zitiert und im abschließenden Teil, der die Zentrifuge thematisiert, Produktionsleiter Ing. Lehner technisch versierte Worte in den Mund legt. 

Headline und Teaser – so bekommen Leser richtig Appetit

Damit ist bereits viel geschafft, doch nun braucht der Text noch einen entsprechenden Aufmacher. Die Headline sollte  bereits einen Bezug zum Thema enthalten und zudem einen Verweis zum Aufmacherbild schaffen. Frau Günthner wählt dazu die Abbildung eines mit Fruchtsaft gefüllten Glases, daneben ein frischer Apfel, Bananen, Weintrauben und rote Rüben. Sie überlegt, wie sie am besten eine Beziehung zwischen Bild, Headline und Teaser sowie dem darauffolgenden Fließtext herstellt. Nachdem sie einige Varianten probiert hat, gibt sie dem Artikel diese Aufmachung:

Nur das beste aus der Frucht

Saftqualität geht vor. Mit verbesserter Rezeptur und Highend-Zentrifuge möchte Fruchtsaftmacher Weber zu einem neuen Höhenflug im Export ansetzen. Die Bestellung eines dritten Prokuristen soll den Erfolgskurs prolongieren.  

Herr Weber ist dem Resultat sehr zufrieden. Der Artikel spricht ihn an und enthält alles, was ihm als Geschäftsführer wichtig ist – nämlich dass wirtschaftliche Daten den Tatsachen entsprechen und technische Funktionen korrekt beschrieben sind. 

Lücken mit Webtexten auffüllen

Was Frau Günthner an aktuellen Daten und Fakten gefehlt hat, konnte sie übrigens der Firmen-Webseite entnehmen. Außerdem fand sie dort einige sehr gelungene Formulierungen vor, die sie direkt in den PR-Artikel integrierte. Unternehmensziele und Philosophie stammen ebenso von der Internetseite wie die Vita des neuen Prokuristen. Einige Eckdaten und technische Details zur Zentrifuge hat sie auf der Website des Herstellers recherchiert. Weil Ing. Lehner aus der Produktion während der Texterstellung gerade auf Urlaub war, hat sie ihn kurzerhand entsprechend den recherchierten Fakten zitiert – aber natürlich erst nachdem sie ihn kontaktiert und seine Erlaubnis eingeholt hat. 

So erhalten Texte den letzten Schliff - Korrekturlesen

Nun könnte Frau Günthner den Text noch in die Hände eines Lektorats in ihrer Heimatstadt Graz geben, das eine Textoptimierung auf den Ebenen Grammatik, Rechtschreibung, Stil, Inhalt und Optik vornimmt. Um eine professionelle Korrektur vorzunehmen, fehlt jedoch die Zeit, denn der Artikel soll bereits morgen an die Redaktion des B2B-Magazins gesendet werden. Das Korrekturlesen übernehmen stattdessen zwei Kolleginnen. Sie bittet diese, den Text kritisch gegenzulesen und alle inhaltlichen, grammatischen und stilistischen Mängel sowie Rechtschreibfehler zu markieren – denn sechs Augen sehen mehr als zwei. Ganz ähnlich würde es übrigens auch ein Korrektorat durchführen, wenn Frau Günthner entschieden hätte, dort den Text verbessern zu lassen. Bei einem Kaffee besprechen die drei Damen schließlich noch einmal den Artikel und Frau Günthner kann danach noch einmal den Text verbessern und ihm den letzten Schliff geben.  

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