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Kommasetzung: Die 9 Kommaregeln schnell erklärt

Die Kommasetzung des Deutschen stellt für viele ein Rätsel dar. Lernen Sie die Kommaregeln darum sowohl einfach als auch ausführlich, damit Sie wissen: Wann setzt man ein Komma – und wann nicht.

Kommasetzung im Deutschen

Kommata sind Satzzeichen, die gleichartige Satzglieder, Wörter und Wortgruppen voneinander trennen und zusammengesetzte Sätze zur besseren Lesbarkeit als Sinneinheiten gliedern. Doch wann setzt man ein Komma und wann nicht? Ein Text mit willkürlich gesetzten Kommas ist für viele Leser ein Graus, weil falsche Trennzeichen leicht in die Irre führen und der Lesefluss verloren geht.

Ob zu viele Kommas gesetzt werden oder gar keine, macht dann keinen großen Unterschied mehr, denn das Schriftbild eines Textes leidet unter der mangelhaften Interpunktion. Potenzielle Leser springen ab und lesen den Text nicht zu Ende – was oftmals schade ist, denn auch gute Inhalte bleiben unter solchen Umständen auf der Strecke. 

Kommasetzung Kommaregeln wann setzt man ein komma Was sind die wichtigsten Komma regeln Wann darf kein Komma gesetzt werden
Die Regeln zur Kommasetzung stellen für viele ein Rätsel dar.

Die wichtigsten Kommaregeln

Wann setzt man ein Komma?

Laut dem Rat für deutsche Rechtschreibung gibt es im Amtlichen Regelwerk (ARW) neun Paragrafen, die sich den Kommaregeln widmen. Die Paragrafen 71, 74, 75, 77 und 79 schreiben jeweils vor, wann unbedingt Kommas zu setzen sind.

Auf alle Fälle kommen Kommas erstens bei Aufzählungen zwischen gleichrangigen Teilsätzen und Wörtern. Zweitens werden zwischen Hauptsatz und Nebensatz Kommata gesetzt, wenn der Nebensatz entsprechend eingeleitet wird. Drittens kommen Kommata bei erweiterten Infinitivgruppen zum Einsatz, wenn entsprechende Voraussetzungen gegeben sind. Ebenso ein Komma gesetzt wird viertens infolge von Zusätzen und Nachträgen. Fünftens kommen Kommas bei Anreden und Ausrufen.

Regel
Beispiel
Komma
Ich mähe den Rasen, wasche das Auto, streiche den Balkon.
Ja
Ich komme, sobald du da bist.
Ja
Er hatte nie eine Chance, das Spiel zu gewinnen.
Ja
Du gehst mir auf die Nerven, und zwar so richtig!
Ja
Hugo, bring bitte den Müll raus.
Ja

Wann darf kein Komma gesetzt werden, wann ist es freiwillig?

Während der Paragraf 72 regelt, in welchen Fällen keine Kommata gesetzt werden dürfen, erläutern die Paragrafen 73, 76 und 78, wann die Kommasetzung freiwillig ist oder im Ermessen des Schreibers liegt.  

Keinesfalls darf man Kommata setzen, wenn man gleichrangige Teilsätze oder Wortgruppen durch Bindewörter bzw. nebenordnende Konjunktionen wie und, oder, sowie etc. verbindet.

Regel
Beispiel
Komma
Ich habe die Katze sowie den Hund gefüttert.
Nein
Du kommst entweder sofort heim(,) oder du kannst gleich dort bleiben.
freiwillig
Wenn möglich(,) komm bitte.
freiwillig
Obst(,) wie Äpfel, Bananen oder Orangen(,) haben reichlich Vitamine.
freiwillig

Kommaregeln einfach erklärt

Regeln zur Kommasetzung sowie sowohl als auch weder noch komma setzenWer keine Lust hat, alle Paragrafen des ARW auswendig zu lernen, der kann sich an eine einfache Faustregel halten. Denn: Auch wenn manch einer erfolglos danach sucht – die Kommasetzung des Deutschen folgt einer recht einfachen Logik. Wenn man diese erst verstanden hat, setzen sich Kommas fast schon von selbst.

Die Faustregel schließt die § 71,74 sowie 75 ein und lautet: Man grenze einen Satz (eine Sentenz), in dem zwei Vollverben stehen, mit einem Komma ab – unter der Bedingung, dass kein und bzw. sowohl/als auch als Bindeglied vorkommt. Dabei ist es infolge mehrteiliger Prädikate wichtig, zwischen Vollverb und Hilfsverb zu unterscheiden bzw. das zusammengesetzte Prädikat beispielsweise aus hat + Partizip als eine Einheit zu betrachten.

Pro Verb ein Komma setzen

Überprüfen wir die Faustregel anhand einiger Beispiele. Wir beginnen mit gleichrangigen Teilsätzen. Diese sind laut ARW mit Komma abzugrenzen.

Im ersten Satz haben wir drei Vollverben, also drei Teilsätze. Zwischen dem ersten und zweiten Satz setzt man das Komma, während den zweiten und dritten Satz ein und verbindet und die Kommaregel somit außer Kraft tritt. Im zweiten Beispiel übernimmt die Fügung sowohl/als auch die Rolle des Bindegliedes. Somit ist hier kein Komma erlaubt. Das dritte Beispiel steht im Perfekt und hat eine zusammengesetzte Verbform aus dem Hilfsverb haben, konjugiert hat, und dem Partizip 2 von schießen bzw. jubelngeschossen und gejubelt. Zwischen den beiden Sätzen ist zwingend ein Komma zu setzen, nicht aber zwischen Hilfsverb und Vollverb.

Nebensätze mit Komma abtrennen 

Nebensätze (NS) grenzt man ebenso mit Komma ab. Zur Erinnerung: Nebensätze sind Hauptsätzen (HS) untergeordnet, beginnen mit Konjunktionen und enden mit dem konjugierten Verb. Konjunktionen sind beispielsweise als, weil, dass, ob, nachdem, bevor, ehe, außer, sondern, falls, wenn, während usw. Auch Relativsätze (RS) folgen dem gleichen Schema, werden aber mit Relativpronomen eingeleitet wie der, die, das, welcher, welche, welches, was, denen, deren, dessen usw. 

Erweiterter Infinitiv mit zu – Komma setzen

Auch erweiterte Infinitive mit zu sind unbedingt per Komma abzugrenzen, wenn die Infinitivgruppen erstens entweder mit Konjunktionen beginnen, wenn sich diese zweitens auf ein Substantiv (Hauptwort, Nomen) beziehen oder drittens im Hauptsatz ein Verweiswort steht, von dem die Infinitivgruppe abhängt. Der Clou an der Sache ist, dass bei fast allen sonstigen erweiterten Infinitivgruppen Kommata erlaubt sind, sodass sie hier im Grunde nie falsch sein können – mit einer Ausnahme: Wenn der Infinitiv von einem Verb mit Modalfunktion abhängt, wie in dem Satz – Mit ihm ist nicht zu spaßen.

Konjunktionen und Verweiswörter bei Infinitivgruppen

Konjunktionen:

um, ohne, statt, anstatt, außer, als;

Verweiswörter:

es (Korrelat), dazu, daran, dabei, darin, …

Amtliches Regelwerk: Urmeter für korrektes Deutsch

Das amtliche Regelwerk (ARW) ist sozusagen der “Urmeter” der deutschen Rechtschreibung und somit auch für unsere Kommaregeln. In 113 Paragraphen liefert es die Grundlagen für normgerechtes Deutsch und regelt beispielsweise die Groß- und Kleinschreibung, Getrennt- und Zusammenschreibung sowie Zeichensetzung. Das ARW ist zugleich auch die Basis für Wörterbücher wie Duden und Co. sowie unverzichtbares Nachschlagewerk, wenn wir sprachlichen Zweifelsfällen gegenüberstehen.

Was ist ein Vollverb?

Ein Vollverb kann im Gegensatz zu Hilfsverben oder Modalverben in finiter Form allein das Prädikat eines Satzes bilden. Beispiele für Vollverben oder Hauptverben sind lachen, laufen, handeln, sprechen, sterben usw. – Peter lacht lauthals. Klara läuft runter zum Fluss. Unter bestimmten Bedingungen können auch typische Hilfsverben den Charakter eines Vollverbs annehmen wie zum Beispiel im Satz Claudia hat heute Geburtstag. Solche Verben nennt man Kopulaverben, weil sie nicht allein Prädikat sein können, sondern eine Ergänzung verlangen. 

1) Komma bei Aufzählungen wird gesetzt

Gleichrangige (nebengeordnete) Teilsätze, Wortgruppen oder Wörter grenzt man mit Komma voneinander ab.

Die erste Kommaregel betrifft Teilsätze, Wortgruppen und Wörter. Sind diese gleichrangig bzw. nebengeordnet, dann setzt man ein Komma.

a) Gleichrangige Teilsätze

b) Wortgruppen und Wörter in Aufzählungen

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Konjunktionen – hier darf kein Komma gesetzt werden

Sind die gleichrangigen Teilsätze, Wortgruppen oder Wörter durch und, oder, beziehungsweise/bzw., sowie (= und), wie (= und), entweder … oder, nicht … noch, sowohl … als (auch), sowohl … wie (auch) oder durch weder … noch verbunden, so setzt man kein Komma.

Keine Kommas in Verbindung mit nebenordnenden Konjunktionen

Knifflig wird es punkto Kommasetzung oft, wenn es sich um Schreibungen mit entweder/oder bzw. sowie handelt oder wenn es um weder/noch bzw. sowohl/als auch geht. Vor solchen nebenordnenden Konjunktionen setzt man grundsätzlich kein Komma. Darin eingeschlossen sind beispielsweise und – ebenso wie oder. 

Diese Kommaregel gilt sowohl für gleichrangige Teilsätze als auch für gleichrangige Wortgruppen.

a) Regeln für gleichrangige Teilsätze

b) Kommaregeln für Wortgruppen und Wörter in Aufzählungen

Zu beachten ist hierbei aber, dass zum Beispiel sowie als Konjunktion bzw. Bindewort verwendet wird. Leitet sowie als Subjunktion jedoch einen Nebensatz ein, dann ist auf alle Fälle ein Komma zu setzen. Mehr dazu in Punkt 4), Kommasetzung bei Nebensätzen.

3) Komma freiwillig: Ganzsätze gliedern

Bei der Reihung von selbständigen Sätzen, die durch und, oder, be-ziehungsweise/bzw., entweder – oder, nicht – noch oder durch weder – noch verbunden sind, kann man ein Komma setzen, um die Gliederung des Ganzsatzes deutlich zu machen.

Eine Ausnahme von der obigen Kommaregel – § 72 – bilden Ganzsätze, die man zugunsten der besseren Übersichtlichkeit mit Komma abgrenzen und somit gliedern darf. Hier obliegt es dem Schreiber bzw. der Schreiberin, sich für eine der beiden Varianten zu entscheiden. 

Aber aufgepasst: Nicht ausgenommen sind Ganzsätze, die sowohl/als auch und sowie enthalten. Hier gilt die fakultative, also freiwillige Kommasetzung folglich nicht.

4) Kommasetzung bei Nebensätzen

Nebensätze grenzt man mit Komma ab; sind sie eingeschoben, so schließt man sie mit paarigem Komma ein.

Wie erkennt man Neben- und Hauptsatz?

Eine der wichtigsten Kommaregeln ist die Abgrenzung von Nebensätzen: Der Nebensatz ist dem Hauptsatz untergeordnet und verlangt darum ein Komma. Doch wie erkennt man sie? Nebensätze beginnen sehr oft mit Einleitewörtern (unterordnende Konjunktionen): Das sind beispielsweise weil, dass, sondern, ob, aber, als, nachdem, bevor, ehe, wie, als dass, … 

Man erkennt den Nebensatz auch daran, dass das gebeugte bzw. konjugierte Verb am Ende vom Satz steht. Davon betroffen sind also auch Relativsätze sowie sogenannte Subjekt- und Objektsätze. Ob zuerst der Hauptsatz steht oder der Nebensatz, ist in der Regel egal. Sind Nebensätze eingeschoben, dann grenzt man sie sowohl vorne als auch hinten mit Komma ab.

a) Kommata bei Konjunktionen

b) Komma setzen vor Relativsatz

b) Kommata bei Subjekt- und Objektsätzen

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5) Kommasetzung bei erweiterten Infinitivgruppen

Infinitivgruppen grenzt man mit Komma ab, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist.

Kommaregel bei Infinitiv mit zu

Eine Infinitivgruppe ist ein Teilsatz oder eine Wortgruppe, die einen Infinitiv, ein ungebeugtes Verb, in Verbindung mit zu enthält. Leitet man eine Infinitivgruppe mit Konjunktionen wie um, ohne, statt, anstatt, außer oder als ein, dann ist (a) ein Komma zu setzen. 

Ebenso ist ein Komma vorgeschrieben, wenn die Infinitivgruppe von einem Substantiv abhängt (b). Obligatorisch ist das Komma zudem, wenn die Infinitivgruppe von einem Verweiswort oder einem Korrelat abhängt (c). Demnach gibt es drei Fälle, bei denen man im Vorfeld einer Infinitivgruppe ein Komma setzt.

a) Infinitiv mit Einleitewort 

b) Infinitiv und Substantiv

c) Infinitiv mit Verweiswort

Beachten Sie: Das Korrelat es und die Verweiswörter damit, dabei und darin machen in den Beispielen die Kommasetzung in Verbindung mit Infinitvgruppen notwendig. Achtung bei Formulierungen wie Es gilt, die Regeln zu beachten. Für Rechtschreibexperten ist dieses es kein Korrelat und somit wäre kein Komma erforderlich. Weil es aber praktisch nie falsch ist, erweiterte Infinitivgruppen mit Komma abzugrenzen, empfehlen wir darum im Zweifelsfall, eines zu setzen. 

6) Komma bei formelhaften Nebensätzen ist freiwillig

Bei formelhaften Nebensätzen kann man das Komma weglassen.

Die Kommaregel § 76 aus dem Amtlichen Regelwerk betrifft formelhafte Nebensätze. Hier steht es Schreibenden frei, ein Komma zu setzen oder nicht.

7) Kommasetzung für Zusätze und Nachträge

Zusätze oder Nachträge grenzt man mit Komma ab; sind sie eingeschoben, so schließt man sie mit paarigem Komma ein.

Kommaregeln für Einschubsätze, Appositionen, Erläuterungen

Der § 77 betrifft (a) Einschubsätze, das heißt Parenthesen, (b) Substantivgruppen als Nachträge, und zwar Appositionen, (c) Orts-, Wohnungs-, Zeit- und Literaturangaben ohne Präposition, (d) Erläuterungen sowie angekündigte Wörter oder Wortgruppen, Infinitivgruppen und Partizip- oder Adjektivgruppen.

a) Einschubsätze (Parenthesen)

b) Substantivgruppen als Nachträge

c) Mehrteilige Orts- und Zeitangaben

d) Nachgestellte Erläuterungen

8) Komma setzen – im Ermessen der Schreibenden

Oft liegt es im Ermessen des Schreibenden, ob er etwas mit Komma als Zusatz oder Nachtrag kennzeichnen will oder nicht.

Kommaregel – es steht Schreibern frei

Der § 78 lässt einigen Spielraum zu, was die Kommasetzung betrifft. Dennoch erhält man hier keinen Freibrief, Kommas ganz willkürlich zu setzen. So steht es Schreibenden zum Beispiel offen, im Zuge von Vergleichen mit wie ein Komma zu setzen oder nicht:

Freiwillig ist die Kommasetzung beispielsweise auch bei angehängten oder eingeschobenen Infinitivgruppen. Ebenso gilt dies für Partizipgruppen.

9) Komma zur Hervorhebung von Anreden und Ausrufen

Anreden, Ausrufe oder Ausdrücke einer Stellungnahme, die besonders hervorgehoben werden sollen, grenzt man mit Komma ab; sind sie eingeschoben, so schließt man sie mit paarigem Komma ein.

a) Anreden

b) Ausrufe

c) Bejahung, Verneinung, Bekräftigung

Kommasetzung schnell erklärt – Fazit

Sie sehen, die Kommasetzung folgt im Grunde logischen Prinzipien. Häufig lassen die Kommaregeln den Schreibenden jedoch die Qual der Wahl. Hier ist es sinnvoll, sich eigene Prinzipien im Rahmen der Regeln festzulegen – wie beispielsweise erweiterte Infinitivgruppen generell mit Komma abzugrenzen. 

Es schadet auch nicht, im Zweifelsfall nachzufragen – das Web bietet hier schnelle Hilfe. So stärken Sie Ihre Kompetenz punkto Kommaregeln sukzessive und nachhaltig. Und mit entsprechenden Übungen haben Sie die Regeln bald verinnerlicht. 

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